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Fördernde Stelle Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Ansprechpartner

ISWA / Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Wasserrecycling Stuttgart

Prof. Dr.-Ing. H. Steinmetz; Dipl.-Ing. Peter Maurer; Dipl.-Ing. Martina Barabosz

Projektpartner

Dr.-Ing. Jedele und Partner GmbH (JuP), Stuttgart

Gemeinde Emmingen-Liptingen

Förderzeitraum 01/2012 – 06/2014

 

Kurzfassung:

Bei der weitergehenden Abwasserreinigung, mit Blick auf die Mikroverunreinigungen (Spurenstoffe), wird unter anderem auf die adsorptive Wirkung von Aktivkohle gesetzt. Favorisiert wird dabei der Einsatz pulverisierter Aktivkohle, welche in einer dafür vorgesehenen Anlagenstufe dem biologisch gereinigten Abwasser direkt zugegeben wird (Kontaktreaktor). Nach dem Adsorptionsvorgang muss die Kohle vom Abwasser abgetrennt werden, i. d. R. durch Zugabe von Fällungs- und Flockungshilfsmitteln und durch anschließende Sedimentation oder Filtration. Derartige Adsorptionsstufen sind mit relativ hohen Kosten verbunden, was deren Realisierung, gerade auf kleinen und mittleren Kläranlagen, behindert. Als verfahrenstechnische Alternative kann statt Pulveraktivkohle auch granulierte Aktivkohle verwendet werden. Diese weist teilweise vergleichbare adsorptive Wirkungen auf und wird in einem Festbett, einer Art Kornkohlefilter, eingesetzt, welches vom biologisch gereinigten Abwasser durchströmt wird. Ist die Kohle beladen, so wird sie gegen neue ausgetauscht und extern regeneriert, so dass bei dieser Technik keine Fällungs- oder Flockungsmittel erforderlich sind. Die Verwendung bereits bestehender DynaSand Filter / Schnellsandfilter, in denen als Filtermaterial nun granulierte Aktivkohle zum Einsatz kommen kann, bietet sich hierbei als effiziente und kostengünstige Möglichkeit an.

Bild: Prinzip eines kontinuierlichen DynaSand Filters zur simultanen Suspensa- und Mikroschadstoffentnahme

Durch die Verwendung eines kontinuierlichen Filtersystems können die Aufgaben der Abwasserfiltration (Suspensa-Abtrennung) und Mikroschadstoffelimination (Adsorption) simultan in einem einzigen Bauwerk ablaufen. Dies ist mit dem in der Kläranlage Emmingen- Liptingen realisierten DynaSand Filtersystem theoretisch möglich. Um diese Alternative zu prüfen, wurde ein Verbundprojekt in Gemeinschaft mit der Gemeinde Emmingen-Liptingen, dem Institut für Siedlungswasserbau der Universität Stuttgart (ISWA) und dem Ingenieurbüro Dr.-Ing. Jedele und Partner GmbH initiiert. Das wesentliche Projektziel der Arbeiten am ISWA ist dabei, im Labor- und halbtechnischen Maßstab abzuklären, welche Randbedingungen die Auswahl der Kornkohle wesentlich bestimmen, damit diese in einem kontinuierlich gespülten DynaSand Filtersystem eingesetzt werden kann. Die labortechnischen Untersuchungen beinhalten zum einen die mögliche Auswahl einer geeigneten Kornkohle auf Basis der Messung ausgewählter Summenparameter, wie z. B. DOC (Dissolved Organic Carbon) oder SAK (spektraler Adsorptionskoeffizient). Diese Parameter sollen u. a. Aussagen darüber zulassen, welche Kohle die maximale Adsorptionsrate und Beladung erwarten lässt. Weitere Punkte sind das Rücklöseverhalten von Spurenstoffen sowie die maximale Beschickungsrate, Anströmgeschwindigkeit und die Abriebfestigkeit. Diese Untersuchungen werden an kleinen, mit granulierter Aktivkohle gefüllten Versuchssäulen durchgeführt. Anschließend werden die durch labortechnische Voruntersuchungen gewonnenen Erkenntnisse auf eine halbtechnische Filteranlage am Lehr- und Forschungsklärwerk (LFKW) übertragen und weitergehende Untersuchungen zur Betriebsweise und Betriebsoptimierung durchgeführt. Für die Umsetzung im großtechnischen Maßstab wird in der Kläranlage Emmingen-Liptingen in einem der drei kontinuierlich gespülten DynaSand Filter / Schnellsandfilter der Sand gegen granulierte Aktivkohle ausgetauscht; anschließend wird er parallel zu den beiden Schnellsandfiltern betrieben. Die Koordination der großtechnischen Umsetzung mit den labor- und halbtechnischen Untersuchungen wird vom ISWA wissenschaftlich begleitet. Gelingt der Nachweis, dass ein solches System unter wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen in der Praxis umsetzbar ist, stünde für kleine und mittlere Kläranlagen eine effiziente und kostengünstige verfahrenstechnische Alternative für die Entnahme von Mikroschadstoffen zur Verfügung. Ein wesentlicher Vorteil hierbei wäre, dass ein Großteil der erforderlichen Anlagentechnik, wie z. B. Filtersysteme, auf vielen Kläranlagen bereits vorhanden sind und diese nur noch umgerüstet oder durch weitere Filterzellen ergänzt werden müssten. Dies könnte die notwendigen Investitionskosten für eine vierte Reinigungsstufe deutlich verringern.

 

Nordic Water kauft Søbye Miljöfilter


Nordic Water Products AB hat am 29. Februar alle Anteile an der norwegischen Firma Søbye Miljöfilter AS erworben. Søbye Miljöfilter, etwas außerhalb von Bergen in Norwegen gelegen, hat seit mehr als 25 Jahren seine Bandfilter weiter entwickelt mit dem Schwerpunkt auf kommunale und industrielle Anwendungen. Bandfilter werden in Norwegen sowohl als Ersatz für traditionelle Vorklärbecken, als auch als einziges Filter in primären Behandlungsanlagen eingesetzt, mit dem Vorteil mehr als 50% Reduktion der AFS und 20% Reduktion des BSB zu erreichen. Es wird auch in industriellen Anwendungen sowie als Rechen in MBR-Behandlungsanlagen eingesetzt. Das Interesse an der Verwendung von Mikro-Screening anstelle oder als Ergänzung zu traditionellen Erstbehandlung wächst weltweit sehr schnell. In Norwegen, wo diese Technologie seit den letzten 25 Jahren entwickelt wurde, hat es enorme Einsparungen bei den Investitionskosten und Platzbedarf gezeigt. Mit dem Erwerb von Søbye wird Nordic Water nicht nur Technologie, sondern das Anwendungswissen, Erfahrungen und Referenzen gewinnen, um diese Technologie international zu nutzen. Das Bandfilter ergänzt Nordic Waters Mikrofiltrationstechnologie Dynadisc und Dynadrum und wird ein einzigartiges Angebotsportfolio an unsere Kunden darstellen. Lesen Sie hier weiter: http.//www.sobyefilter.no

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Wir sind zertifiziert

Nordic Water ist TÜV-zertifiziert

Wir sind TÜV geprüft: Im In- und Ausland verbindet man dieses Attribut mit Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität. TÜV NORD CERT bewertet und bescheinigt die Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben, Normen und freiwilligen Standards.

Firmenphilosophie

 

Auch als Weltmarktführer (kontinuierliche Sandfiltration, Lamellenklärer) hören wir nicht auf unsere Produkte ständig weiterzuentwickeln. Bei der Konzeption von individuellen Systemlösungen können wir auf eine breite Palette von Eigenentwicklungen und Produkten zurückgreifen.

Dieses detaillierte Produkt-Know-how in Kombination mit unserer fundierten Ingenieurkompetenz sichert unseren Kunden die optimale Abstimmung der einzelnen Verfahrensstufen in einer Komplettanlage.

 
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